01.04.2016

Von: Petra Kleine

Wem gehört die Stadt? Kultur-Litfaßsäulen erhalten!

Die Stadt Ingolstadt hat seit einigen Jahren die gesamte Veranstaltungswerbung an eine private Firma übertragen. Seither gibt es fast nur noch die Leuchtmasten-Plakate, auch dies schon mit deutlichen Nachteilen für die bisherige Praxis für Plakate von Vereinen und Veranstaltern. Nun sollen auch die städtischen Kultur-Litfasssäulen und Plakattafeln nicht mehr von Kunstvereinen genutzt werden können. Die GRÜNE Stadtratsfraktion will diese zunehmende Privatisierung des öffentlichen Raumes so nicht hinnehmen. 

Wem gehört die Stadt - wem gehört der öffentliche Raum!

Die Kultur-Litfasssäulen gehören zum Stadtbild und sind 1999 für eine öffentliche Nutzung mit öffentlichen Mitteln aus der Städtebauförderung erstellt worden. Auf den Weg gebracht hatte die Idee der Kunstverein, geplant hatte sie der Ingolstädter Landschaftsarchitekt Wolfgang Weinzierl. Seit einigen Jahren wurde die gesamte Werbung quasi als Monopol an ein private Firma übertragen. Nun soll sogar der Stadt Ingolstadt untersagt werden, ihre Litfasssäulen wie bisher auch vom gemeinnützigen Kunstverein zu lassen. Wem gehört (inzwischen) eigentlich die Stadt, kritisieren seither die GRÜNEN diese zunehmende Privatisierung des öffentlichen Raumes.

Die GRÜNEN sehen diese neuerliche Plakatier-Einschränkung auch als weiteres negatives Signal in die aktuell ohnehin angespannte Ingolstädter Kunst- und Kulturlandschaft.

 

Hier der Antrag im Wortlaut, mit dem eine öffentliche Diskussion zum Thema stattfinden soll.

 

Ingolstadt, 1. April 2016

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrter Herr Kulturreferent Engert,
sehr geehrter Herr Referent Ring,

in der Sitzung des kommenden Finanzausschusses am 7. April ist die Veranstaltungswerbung im Stadtgebiet ein Thema, noch ohne Vorlage im nichtöffentlichen Teil.

Wir bitten Sie bzw. stellen die förmlichen Anträge zur Tagesordnung.

1. Wir bitten bzw. beantragen, auch im öffentlichen Teil der Sitzung des FPA zu Sache zu berichten und darzustellen, welche Veränderungen sich für die NutzerInnen ggf. ergeben werden. Begründung: Alle Themen der Veranstaltungswerbung sind von großem öffentlichem Interesse, ins-besondere Veränderungen.

2. Wir bitten darum, sowohl im öffentlichen als auch nichtöffentlichen Teil zu den Einschränkungen für gemeinnützige Kultur- und Kunstvereine zu berichten, die künftig nicht mehr auf den städtischen Sammeltafeln und Litfasssäulen plakatieren dürfen, obwohl dies von der Stadt selbst gewünscht ist. Wir bitten, um Stellungnahme der Verwaltung zu dem Bericht im Donaukurier vom 26.3.2016 „Kunst-verein - Nein danke!“.

3. Wir bitten um Darstellung der Möglichkeiten, dass die Stadt Ingolstadt weiterhin die bisherige Praxis zur Plakatierung auf ihren Litfasssäulen und Tafeln aufrechthalten kann.

Wir weisen darauf hin, dass diese Kulturlitfasssäulen über die Städtebauförderung finanziert worden sind und diese Plakatierung an den Litfasssäulen (und den 2,30 x 2,30 Plakatwänden) ein geschätzter und unverzichtbarer Bestandteil der Sichtbarmachung vom Kunst- und Kulturveranstaltungen in Ingolstadt sind.

Stadtratsmitglieder und Mitglieder der Verwaltung haben zudem sehr viele Stunden in einem Beratungsgremium und mit juristischen Überlegungen verbracht. Dabei wurde nicht deutlich, dass künftig mit einer Einschränkung zu rechnen ist, die so in unsere geschätzte städtische Praxis und unser Stadtbild eingreift.

Dass aktuell hierdurch wieder der Bereich der Kunst- und Kulturschaffenden von neuerlichen Einschränkungen betroffen ist, sehen wir mit Sorge. Wir bitten Sie daher dringend auch um praktische Verbesserungen und positive Signale in die Ingolstädter Kulturlandschaft.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

Petra Kleine
(Fraktionsvorsitzende)

URL:http://www.ingolstadt-gruene.de/aktuelles-aus-in/news-detail/article/wem_gehoert_die_stadt_kultur_litfasssaeulen_sollen_erhalten_bleiben/